Pressemitteilung

Spannende Antrittsvorlesungen auf dem Rostocker Campus

Dr. Michaela Breckenfelder und Dr. Kati Wübbenhorst, Dozentinnen im Fachbereich Angewandte Gesundheitswissenschaften an der Europäischen Fachhochschule (EUFH) in Rostock, hielten vor Studierenden und interessierten Gästen ihre Antrittsvorlesungen. Kürzlich hatte das Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (dem Bundesland des Hauptstandortes der Hochschule in Brühl bei Köln) ihrer Berufung zugestimmt.

Unter dem Titel „Becoming Batman – Basic Batbody Training“ war Batman der Mittelpunkt der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Kati Wübbenhorst. Der fiktive menschliche Superheld besitzt keine Superkräfte, ist jedoch gekennzeichnet durch ein Übermaß an Charakteristika wie Mut, Bestimmung und Engagement. Aufgrund ihres sportwissenschaftlichen Hintergrundes widmete sich die frisch berufene Professorin der Frage, ob nicht eigentlich jeder mit Batmans Trainingsprogramm ein Superheld werden kann. Sie beleuchtete dabei Kriterien wie die menschliche Physiologie, neurologische Aspekte, den Einfluss der Ernährung und Hormone auf das Krafttraining und die verschiedenen Materialeigenschaften von Schutzkleidung.

Die Professorin für Physiotherapeutische Befundung und Intervention hat an der Universität Rostock Sportwissenschaft, Anglistik [&] Amerikanistik mit biomechanischer Vertiefung studiert und im Fachbereich Biomechanik/Bewegungswissenschaft promoviert. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Rostock hat sie zum Beispiel an einem Projekt zur Laufschuhforschung im Biomechaniklabor gearbeitet. Mehrere Jahre war sie als Sporttherapeutin und Trainingswissenschaftlerin beim EBC Rostock e.V. tätig. Dort hat sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene während ihrer Trainings- und Wettkampfzeiten sowie in der Rehabilitationsphase betreut. Während eines zweijährigen Aufenthalts in den USA hat sie im Penn State Hershey Medical Center (HMC) im dortigen Schlaganfalllabor intensiv geforscht. An der EUFH in Rostock gibt sie nun ihr umfangreiches Wissen an den akademischen Physiotherapie-Nachwuchs weiter.

Prof. Dr. phil. Michaela Breckenfelder entfaltete in ihrer Antrittsvorlesung, die unter dem Titel „Die Idee vom guten Leben“ stand, den Fähigkeiten-Ansatz (capabilities approach) der Philosophin Martha Nussbaum dahingehend, dass aus deren Überlegungen eine ethische Grundlegung menschlicher Handlung ableitbar wird. Die Existenz basaler menschlicher Fähigkeiten fordert den zeitgenössischen Menschen dazu auf, diese auch zu nutzen. Breckenfelder umriss in Auseinandersetzung mit den Begriffen der Entfremdung (Jäggi) und der Beschleunigung (Rosa) ein Menschenbild, das sich vor der Herausforderung sieht, die Komplexität der Welt anzuerkennen und sich darin aktiv handelnd einen Platz zu erarbeiten.

Die Professorin für Theoriebildung in der Ergotherapie hat evangelische Religionspädagogik, Kunstpädagogik und Geschichte an der Universität Leipzig studiert und wurde dort an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät mit einer Arbeit im Bereich des ästhetischen Lernens promoviert. Sie war zunächst Lehrerin für Kunst und Religion an verschiedenen Gymnasien und Gesamtschulen, bevor sie sich dafür entschied, in die Hochschullehre zu wechseln, um an der Professur für Religionspädagogik eine Assistentur zu begleiten und als Habilitandin an den Fachbereich Theologie der FAU Erlangen – Nürnberg zu gehen. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der gesellschaftlichen Diversität, verbunden mit der Organisation von Lernen in heterogenen Kontexten. Besonderes Augenmerk legt sie dabei auf den Bereich ethischer Argumentationslinien. Dank eines Forschungsstipendiums der Friedrich-Alexander-Universität war es Prof. Breckenfelder möglich, über die Heterogenität und Diversität existierender Familienformen zu habilitieren.

Die Rostocker Studierenden der Studiengänge Ergo- und Physiotherapie können sich auf viele spannende Vorlesungen ihrer beiden neuen Professorinnen freuen.