EFS Survey

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Die von der Globalpark AG vertriebene Enterprise Feedback Suite (EFS) kann zur „Organisation, Durchführung und Auswertung von Online-Befragungen“ eingesetzt werden.[1] Der Hersteller unterstreicht die umfassende Funktionalität der EFS. So kann bei der Erstellung von Fragebögen auf 25 verschiedene Fragearten zurück gegriffen werden. Es können Multimediainhalte wie Fotos, Videos oder Audiodateien eingebunden werden. Außerdem ist das System mehrsprachig ausgelegt. Der Zugang zu den Online-Fragebögen kann über einen Link in einer E-Mail hergestellt werden, Aufforderungen zur Teilnahme können aber auch auf Websiten platziert werden. Die Auswertung von Ergebnissen kann jederzeit in Echtzeit durchgeführt werden. So können bei einer laufenden Befragung Zwischenergebnisse ermittelt werden. Zur Darstellung der Ergebnisse werden unter anderem Grafiken und Tabellen verwendet.[2]

Inhaltsverzeichnis

Charakterisierung des Anwendungssystems

Web-basierte Anwendungssysteme können in verschiedene Schichten unterteilt werden:

  • die Basisschicht,
  • die Datenschicht
  • die Funktionsschicht und
  • die Oberflächenschicht[3]

Jede der Schichten trägt zum Aufbau der IT-Architektur bei.

Dieser Ansatz entspricht dem Model View Controller-Konzept (MVC). Bei diesem Architekturmuster wird eine Anwendung in mehrere Komponenten zerlegt: Als „Model“ werden alle Daten und damit verbundene Funktionen bezeichnet. Der „View“ ist die Darstellung von Inhalten, also die Systemoberfläche. Und der „Controller“ verwaltet alle Benutztereingaben. Die Benutzerschnittstelle wird durch den „View“ sowie den „Controller“ gebildet.[4] Aus diesen Ansätzen lassen sich Kriterien für die Charakterisierung der EFS Survey ableiten. Nachfolgend soll die Anwendung in folgenden Punkten analysiert werden:

  • Architektur, insbesondere
    • Funktionsschicht
    • Benutzeroberfläche

Um den relevanten Markt und die Bedeutung für Unternehmen einschätzen zu können, werden folgende Kriterien hinzugefügt:

  • Aufgaben und Ziele von Online-Befragungen
  • Repräsentativität von Online-Befragungen

Architektur der EFS Survey

Die Globalpark AG stellt die Enterprise Feedback Suite als web-basierte Anwendung bereit. Dieses Konzept bezeichnet man als „Software as a Service“ (SaaS).[5] Heise erklärt den Begriff wie folgt:

„'Software as a Service' beschreibt die Arbeitsteilung zwischen Server und Client: Die Anwendung läuft komplett auf dem Server und zeigt die Ergebnisse ihrer Arbeit über ein Web-Frontend im Browser des Kunden, etwa als HTML-Formular. [...]

Web-Anwendungen haben gegenüber Desktop-Installationen den Vorteil, dass sie immer auf dem neuesten Stand sind, denn der Anbieter aktualisiert und wartet die Software auf seinem Server. Der Endanwender wird beim Start weder mit Update-Popups belästigt, noch läuft er Gefahr, mit einem hoffnungslos veralteten Programm unterwegs zu sein.“[6] Diese Distributionsform bringt noch weitere Vorteile mit sich: So ist der Anwender weitestgehend unabhängig von proprietärer Software. Stattdessen kommt ein Webbrowser zum Einsatz. Des Weiteren können Anwender weltweit in Echtzeit mit dem System arbeiten. Die EFS Survey bildet nur eine Komponente der Enterprise Feedback Suite. Dank des modularen Aufbaus können eigene Erweiterungen auf der Grundlage von PHP oder JavaScript entwickelt werden. Der Entwickler bietet verschiedene Zusatzmodule an. Die sogenannten „methodischen Erweiterungsmöglichkeiten“ implementieren unterschiedliche Befragungstechniken. Durch Web Services, die genormte Schnittstellen definieren, kann die Anwendung an andere Anwendungssysteme gekoppelt werden. Als Teil der Enterprise Feedback Suite ist EFS Survey verwandt mit allen anderen EFS-Anwendungen von Globalpark. Somit soll eine einfache Handhabung aller Produkte gewährleistet werden.

Allgemeine Funktionsweise von Web-Anwendungen

Die meistgenutzte serverseitig verarbeitete Skriptsprache ist PHP. Der Client fordert über den Browser eine Website an. Dies geschieht über die Eingabe der URL in die Adressleiste. Der Webserver lädt die angeforderte php-Datei und leitet diese an den PHP-Interpreter weiter. Dieser parst das Skript und übersetzt es in Bytecode. Anschließend wird der geparste Code interpretiert und ausgeführt. Das Ergebnis ist meist eine HTML-Datei, die an vom Webserver an den Client ausgeliefert wird. Der Client erhält somit nur das Ergebnis seiner Anfrage. Der Programmcode wird lediglich auf dem Server ausgeführt.[7]

Arbeitsweise von PHP

Die Benutzeroberfläche der EFS Survey

Über einen Login-Bereich gelangt der Benutzer auf die Startseite der EFS Survey. Im oberen Bereich des Browserfensters ist die Hauptnavigation angeordnet. Auf der linken Seite befindet sich eine kontextabhängige Navigation, die je nach Modul variiert. Darunter werden Systeminformationen wie aktuell eingeloggter Benutzer oder Systemzeit angezeigt. In das Modul „Projekte“ der EFS Survey gelangt man über den gleichnamigen Reiter. Dies ist der grundlegende Arbeitsbereich für die Erstellung und Durchführung von Umfragen. Hier werden alle Umfragen in einer Baumstruktur angezeigt. In zusätzlichen Tabellenspalten werden Informationen wie Art der Umfrage (anonym oder personalisiert) oder Status der Umfrage (generiert, aktiviert, deaktiviert) angezeigt. Der Nutzer hat Zugriff auf verschiedene Funktionen wie „Projekte anlegen“ oder „Projekt importieren“.

Hauptansicht des Moduls "Projekte"

Ein neues Projekt erstellen

Der Benutzer kann hier Spezifikationen für ein neues Projekt eingeben. So kann der Projekttyp festgelegt werden. Es kann eine Beschreibung des Projekts hinterlegt werden. Klickt der Anwender auf den Namen eines Projektes gelangt er zur Umfrageübersicht. Hier kann der Status der Umfrage verändert werden. Zudem kann ein Umfragezeitraum angegeben werden. Die Umfrage kann nur innerhalb dieses Zeitraums ausgefüllt werden.

Erstellen eines Projektes in EFS Survey

Einen Fragebogen editieren

Nachdem der Benutzer ein Projekt erzeugt hat, kann er einen Fragebogen anlegen. Das System generiert automatisch eine Endseite. Alle Inhalte der Umfrage müssen vom Nutzer selbst erzeugt werden. Dazu steht ihm ein Fragebogen-Editor zur Verfügung. Innerhalb des Fragebogen-Editors kann die Gliederung, also die Abfolge der Seiten, angegeben werden. Jede Seite kann eine oder mehrere Fragen enthalten. Aus diesen Ansichten ergeben sich unterschiedliche Detailierungsebenen, in denen ein Fragebogen editiert werden kann. Eine interessante Möglichkeit zur Ausgestaltung von Fragebögen ist das sogenannte „Routing“. Damit kann die Abfolge von Fragen von der Beantwortung durch den Nutzer abhängig gemacht werden. So könnte am Anfang einer Befragung über Krebsvorsorge die Frage stehen, ob ein Nutzer Raucher oder Nichtraucher ist. Nutzern die sich als Raucher zu erkennen gegeben haben werden zusätzliche Fragen bezüglich ihres Rauchverhaltens gestellt. Der Nutzer kann aus 25 Fragetypen wählen. So können offene Fragen gestellt werden, die als Antwortmöglichkeit ein Textfeld übergeben. Oder es stehen Fragen zur Verfügung, die mit Radio Buttons eine Einfachauswahl von vorgegebenen Anworten realisieren. Die EFS Survey bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Anfertigung von Umfragen. Fragebögen können auch extern, zum Beispiel in Microsoft Excel erstellt werden.

Der Editor zum Erstellen von Fragebögen

Die Teilnehmerverwaltung

Ein wichtiger Faktor für die Qualität einer Umfrage ist die Zusammensetzung des Feldes. Damit ist die Gruppe der Befragten gemeint. Zur Steuerung der Befragung bietet EFS Survey verschiedene Möglichkeiten: So können anonymisierte Umfragen an nicht näher spezifizierte Teilnehmer gerichtet werden. Personalisierte Umfragen dienen dem gezielten Ansprechen von vordefinierten Teilnehmern. Anonyme Teilnehmer können über einen Link innerhalb einer E-Mail oder einem Popup-Fenster auf der unternehmenseigenen Website rekrutiert werden. Auch hier weist EFS Survey eine Fülle von Optionen auf: Über Variablen können Eigenschaften festgelegt werden, die Umfrageteilnehmer idealerweise besitzen sollen.

Auswertung einer Umfrage

EFS Survey stellt Umfrageergebnisse mithilfe des sogenannten Feldberichtes grafisch dar. Im Modul „Statistik“ gibt ein Balkendiagramm vor allem über den Status der Umfrage Aufschluss. Das System ordnet jedem Teilnehmer der Umfrage dafür einen Dispositionscode zu. Der Code ist eine Zahl zwischen 11 und 41. Besitzt ein Teilnehmer einen Code im 10er-Bereich, so hat er mit der Umfrage noch nicht begonnen. 20er-Codes zeigen an, dass die Beantwortung begonnen wurde. Anzustreben ist der Code 31, denn er bedeutet, dass ein Teilnehmer die Umfrage erfolgreich beendet hat. Jedem Wertebereich wird vom System eine Farbe zugeordnet und dann grafisch im Balkendiagramm angezeigt. Eine Auswertung der Umfrageergebnisse ist unter dem Link „Online-Statistik“ zu finden. Dort ist tabellarisch aufgelistet, wieviele Personen eine Frage beantwortet haben und welche Ausprägung die Teilnehmer gewählt haben. Die Ergebnisse werden sowohl absolut als auch in Prozent ausgedrückt.

Feldbericht

Befragungen als Marketing-Instrument

Vorteile

Sinn und Ziel der Befragungen ist es, den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung am Markt zu erforschen.[8] So kann z.B. die Kunden- oder Mitarbeiterzufriedenheit gemessen werden. Gleichzeitig können Instrumente erforscht werden, deren Aufgabe es ist, die Bindung der Zielgruppe an das Unternehmen zu erhöhen.[9] Die Marktforschung im Internet bringt gegenüber den klassischen Befragungen (z.B. einem persönlichen Interview), einige Vorteile mit sich. So ist die Auswahl an Teilnehmern größer, da sich keine regionalen Begrenzungen ergeben. Des Weiteren können die Kosten für eine Studie verringert werden. Bei einer Online-Befragung werden keine Räumlichkeiten oder Personal benötigt. Schließlich kann die Qualität der Befragungsergebnisse durch die anonymisierte, unpersönliche Interviewtechnik gesteigert werden. Einflüsse durch einen menschlichen Interviewer bleiben aus.[10]

Kritik

Ein Problem bei Online-Befragungen kann durch die Rekrutierung der Teilnehmer entstehen. Zum einen entscheiden die Befragten selbst, ob sie an der Umfrage teilnehmen möchten. Die sogenannte Selbstselektion kann dazu führen, dass das Feld (i.e. die Gesamtheit der Befragten) nur aus bestimmten Personengruppen besteht. Die sich zum Beispiel besonders stark mit dem Gegenstand der Umfrage auseinandersetzen.[11] Hier entstehen auch Probleme die Repräsentativität der Umfrageergebnisse betreffend. Online-Umfragen können eine heterogene Gruppe wie beispielweise die deutsche Bevölkerung schlecht abbilden, da bestimmte Gesellschaftsschichten (z.B. Menschen über 60) wahrscheinlich nicht an der Umfrage teilnehmen werden. Möchte man stattdessen aber eine Befragung unter regelmäßigen Internetnutzern durchführen, repräsentiert das Feld einer Online-Umfrage sehr wohl die Grundgesamtheit. Ein weiteres Problem der Umfragen entsteht durch die fehlende Kontrolle der Teilnehmer während der Befragung. So kann nicht sichergestellt werden, dass der Proband den Fragebogen vollkommen selbständig ausfüllt.

Einzelnachweise

  1. Vgl. Globalpark AG: EFS Survey, S. 1, Hürth 2008.
  2. Vgl. Globalpark AG: EFS Survey, S. 3, Hürth 2008.
  3. Sneed, H. und Sneed S.: Web-basierte Systemintegration - So überführen Sie bestehende Anwendungssysteme in eine moderne Webarchitektur, S. 92 ff., Braunschweig/Wiesbaden 2003.
  4. Dustdar, S. et al.: Software-Architekturen für Verteilte Systeme: Prinzipien, Bausteine und Standardarchitekturen für moderne Software, S. 105, Heidelberg 2003.
  5. Vgl. Globalpark AG: EFS Survey, S. 7, Hürth 2008.
  6. Kramer A., Peter K.: Nie wieder installieren. c't, 23/2008, S. 118.
  7. Balzert, H.: Basiswissen Web-Programmierung, S. 200, Witten 2007.
  8. Seyrek, T.: Stand und Tendenzen in der Online-Marktforschung, S. 41, Norderstedt 2003.
  9. Manschwetus, U. (Hrsg.): Strategisches Internetmarketing. Entwicklungen in der Net-Economy, S. 201, Wiesbaden 2002.
  10. Ebenda.
  11. Seyrek, T.: Stand und Tendenzen in der Online-Marktforschung, S. 54, Norderstedt 2003.
Persönliche Werkzeuge