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16.12.2021
News

Studierende an der EU|FH

Knirpse zwischen Buddeleimer und Bommelmütze betreuen? Das reicht Jette Bandow nicht. Die 20-Jährige möchte Kitas weiterentwickeln und Kinder für die Zukunft bilden. Dafür erwirbt sie im EU|FH-Studium der Kindheitspädagogik das wissenschaftliche Know-how.

von Jule Fuchs

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1. Jette „Ich möchte mehr als Erzieherin sein“

„Eins. Zwei. Drei. Drehen und Sprung.” Jette Bandow wiegt sich im Takt eines Walzers. Entzückende, kleine Wirbelwinde umringen sie in der Elmshorner Kita „Hasenbusch” nordwestlich von Hamburg. Eine Handvoll Kinder eifert der Studierenden nach, dreht sich, hopst und tapst. „Sie machen einfach mit. Unbefangen und fröhlich. Das imponiert mir. Das ist ansteckend”, sagt sie.

Rund 200 Kilometer östlich von Hamburg studiert Jette an der EU|FH in Rostock Kindheitspädagogik im dritten Semester. Ein duales Bachelorstudium. Sechs Semester zu gleichen Teilen bestehend aus Theorie und Praxis. Im Wintersemester 2021/22 sind 11 Männer und 97 Frauen im Fach Kindheitspädagogik an der EU|FH in Köln, Rheine und Rostock eingeschrieben. Jettes Kohorte gehören sieben junge Frauen an. Ein gängiges Bild: Männliche Pädagogen fehlen in Kitas weiterhin, obwohl sie dringend gebraucht werden. „Das Studium der Kindheitspädagogik eröffnet Absolvent:innen neue Karrierechancen. Wir hoffen, damit auch mehr Männer für den Beruf zu gewinnen”, erklärt Dozent Heinrich Woest.

„Kinder und ich, das gehört einfach zusammen. Aber ich will mehr lernen als eine staatlich anerkannte Erzieherin. Studieren, mich in pädagogischen Theorien vertiefen und zugleich praktisch ausprobieren. Ich möchte das Know-how und die Kompetenzen erlangen, um eine Kita zu leiten. Die Hochschule bietet mir diese Perspektive”, erzählt die 20-Jährige, angehende staatlich anerkannte Kindheitspädagogin.

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2. In der Theorie

Dozent Heinrich Woest begleitet die Elmshornerin während ihres gesamten Studiums. Die Erzieherin Lisa Just flankiert die angehende Pädagogin dagegen als Mentorin in der Kita. Der Sozialträger, die Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung im Kreis Pinneberg, ist Jettes Partnerunternehmen. Das Unternehmen übernimmt ihre Studiengebühren und fördert sie während der gesamten drei Jahre. Im Gegenzug wird Jette noch mindestens zwei Jahre – nach ihrem Abschluss – ihr Fachwissen dort einbringen.

„Heinrich Woest und die anderen Dozierenden gehen sehr bedacht auf meine Interessen ein. Sie fördern besonders meine Stärken, die mir immer bewusster werden”, sagt Jette. Die Studierenden lernen in Präsenz- und Online-Seminaren wissenschaftliche Grundlagen und Methoden kennen. Ihr theoretisches Wissen müssen sie in den sogenannten Skills Labs spontan anwenden. Im geschützten Raum trainieren die Dozierenden ihre Studierenden. Das sind Alltagssituationen wie Eltern- und Entwicklungsgespräche, zum Teil werden externe Schauspielende für die Nachahmung eingesetzt. „Anfangs kostete mich das Überwindung. Mittlerweile bin ich überzeugt von dem, was ich dort sage”, erklärt die Schleswig-Holsteinerin.

3. In der Praxis

Das Training unter Laborbedingungen lohnt sich. Spätestens in ihrer Praxisphase erlebt Jette, wie selbstverständlich sie Alltagssituationen durch das Skills-Labs-Training meistert. In der Kita Hasenbusch ist ihre Mentorin Lisa Just von ihrem Schützling überzeugt. „Ich begleite Jette sehr offen und frei. Sie soll sich ausprobieren. Abseits der Gruppenarbeit nehmen wir uns regelmäßig Zeit, um ihr in der Theorie Erlerntes und ihre Erfahrungen in der Praxis abzugleichen. Sie muss begreifen, was und warum wir Dinge so handhaben, wie wir es tun. Gleichzeitig ist mir ihr Feedback enorm wichtig. Ich lerne auch von ihr”, sagt die Erziehende. Während Jettes Zeit in der Einrichtung hält auch EU|FH-Dozent Heinrich Woest regelmäßig Kontakt zu seiner Studierenden. Fragt nach Feedback und hilft in Praxisfragen.

4. Im Beruf

„Die enge Theorie-Praxis-Verzahnung hilft mir, zu reflektieren, zu verstehen und meine eigenen Erkenntnisse abzuleiten”, bemerkt die Studierende. Die große Entfernung zwischen Partnereinrichtung und Hochschule ist Gewöhnung. Durch die Online-Seminare muss Jette nicht jeden Tag in Rostock vor Ort sein. „Das Studium ist schön, die kleinen Kohorten schaffen Nähe und ermöglichen es mir, mich ganz individuell zu entwickeln. Das empfinde ich als wertschätzend und sehr motivierend”, resümiert sie.

Nach ihrem Abschluss will Jette das Team in der Kita Hasenbusch tatkräftig unterstützen. Die angehende Kindheitspädagogin inspiriert ihre Mentorin Lisa Just mit ständig neuen Ideen. Vielleicht wird sie in Elmshorn auch bald mit einer Kindertanzgruppe „Hasenbusch” vor Publikum auftreten.

 

Bildquellen:
© EU|FH | Henrik Bartels
© Adobe Stock | dglimages

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