Forschungsschwerpunkte

Die Forschung der EU│FH ist zu einem großen Teil in ihren Forschungsthemen und –kompetenzen in drei übergeordnete Forschungsschwerpunkte, die gesellschaftliche Zukunftsfragen aufgreifen und hierzu in interdisziplinärer Zusammenarbeit an Lösungsvorschlägen und somit aus einer ganzheitlichen Perspektive mitarbeiten, gebündelt. Ergänzt werden die Schwerpunkte durch individuelle Forschung oder Projekte in fachlichen Kontexten.

Forschungscluster "Demografie"

Unter der Überschrift „Demografie“ werden die Forschungsaktivitäten der EU│FH gebündelt, die mit Auswirkungen der sich ändernden Altersstruktur der Bevölkerung zusammenhängen. Der demografische Wandel zeigt sich auf den verschiedenen Ebenen: der Anteil älterer Menschen wächst, während die Bevölkerung insgesamt schrumpft. Migration und Gleichstellung der Geschlechter nehmen an Bedeutung zu. Solche Veränderungen wirken sich auf alle Strukturen der wirtschaftlichen Wertschöpfungskette aus (Industrielle Produktion, Handel, Logistik, Vertrieb), die in den EU│FH-Studiengängen im Hochschulbereich Management thematisiert werden. Ebenso sind zentrale Themen des Gesundheitswesens wie beispielsweise Patienten-, Bedarfs- und Versorgungsstruktur, die in Studiengängen im Hochschulbereich Gesundheit behandelt werden, vom demografischen Wandel beeinflusst. Forschungsaktivitäten im Forschungsschwerpunkt Demografie zielen darauf ab, aktuelle Herausforderungen für Unternehmen und Gesundheitssystem zu beforschen und eigene empirische Ergebnisse für eine aktuelle, forschungsbasierte Lehre zur Verfügung zu stellen.

Hochschulbereich Management

Im Forschungsschwerpunkt Demografie wurden bisher zwei Drittmittel finanzierte Projekt durchgeführt. Das Projekt „Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Qualität der Lebensmittelversorgung“ wurde in der Förderlinie FH‐Struktur (Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW) von 1/2014 bis 12/2017 gefördert. Im Rahmen einer empirischen Befragung von mehr als 2.000 Personen wurden die Anforderungen der Generation 65+ an die Lebensmittelversorgung ermittelt. Auf Basis der Stichprobenergebnisse wurde ein Segmentierungsmodell entwickelt. Es wurden Handlungsempfehlungen für die Wertschöpfungspartner (Industrie, Handel, Logistik, Wirtschaftsinformatik) abgeleitet. Die bisherigen Ergebnisse wurden sowohl akademischen Einrichtungen als auch Praxispartnern vorgestellt. Das bisherige Feedback zu den Ergebnissen bestärkt die Forschergruppe weiter in diesem Bereich aktiv zu bleiben. Mit der Digitalisierung im ländlichen Raum ist ein neues Untersuchungsfeld für ein Anschlussprojekt bereits bestimmt.

Hochschulbereich Management & Gesundheit

Das Projekt „Gelingende Kommunikation im Alter“ wird unter dem Förderkennzeichen 03FH006SX4 von 11/2014‐10/2017 in der Förderlinie des SILQUA-FH (Bundesministerium für Bildung und Forschung, Forschung an Fachhochschulen zu Sozialen Innovationen und Lebensqualität im Alter) gefördert und zielt auf Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Akteure im sozialen Umfeld von Senioren zur Aktivierung von Potentialen älterer Menschen vor und nach dem Eintritt in den Ruhestand durch altersgemischte Kommunikation. Im transdisziplinären Projekt arbeiten Professorinnen aus beiden Hochschulbereichen der EU│FH zusammen. Das dabei entwickelte gesprächsanalytische Forschungsvorgehen wird in studentischen Qualifikationsarbeiten eingesetzt und kann und soll in Zukunft in weiteren Themenfelder im Forschungsschwerpunkt angewendet werden.

Forschungscluster "Qualitätssignale"

Dieser Forschungsschwerpunkt  beschäftigt sich mit intrinsischen und extrinsischen Qualitätssignalen sowie deren Wirkung auf die relevanten Zielgruppen. Als intrinsische Qualitätssignale werden die Merkmale eines Produkts oder einer Leistung verstanden, sie sind also Teil der Leistung oder des Leistungserstellungsprozesses, während extrinsische Qualitätssignale zwar mit der Leistung in Verbindung stehen, aber nicht Teil der Leistung selbst sind. Extrinsische Qualitätssignale sind in der Regel Teil des Marketings, wie z.B. Qualitäts- oder Herkunftssiegel.

Hochschulbereich Management

Im Hochschulbereich Management liegt der Fokus auf extrinsischen Qualitätssignalen. 2015 erfolgte ein erstes Drittmittelprojekt „Digitales Schaufenster Neuss“, gefördert durch Neuss Marketing GmbH & Co. KG: Wie kann die Qualität des Einzelhandelsangebotes einer Stadt im Internet präsentiert werden? unter der Leitung von Prof. Schuckel. Derzeit wird ein Anschlussprojekt „Stadtmarketing Brühl“ von Prof. Schuckel gemeinsam mit der Forschungsreferentin B. Führmann und Dr. J. Nesper durchgeführt, gefördert durch die Stadt Brühl und die IHK Köln: Welche Erfolgspotenziale bieten Digitale Angebote im Hinblick auf die Attraktivität (Qualität) der Brühler Innenstadt?

Hochschulbereich Gesundheit

Dieser beschäftigt sich vor allem mit intrinsischen Qualitätssignalen, indem in Forschungsprojekten wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit therapeutischen Handelns beforscht werden (Erstellung einer spezifischen Form von Qualitätssignalen). Angesiedelte Drittmittelprojekte waren in der Gründungszeit des Schwerpunktes 2012 bis 2014 „Therapie der Wortfindungsstörung bei Kindern mit Williams-Beuren-Syndrom“ und anschließend das DYSTEL-Projekt („Dysgrammatismustherapie – Effektivität und Lernkurven“, Laufzeit bis 6/2017, EU│FH-Forschungsfond), beide am LIN.FOR durchgeführt. Aktuelles Drittmittelprojekt des Hochschulbereichs Gesundheit ist das von Elsevier finanzierte Projekt PDSS – Digitalisierung der Patholinguistischen Diagnostik (Prof. Siegmüller in externer Kooperation mit Prof. Kauschke, Professur für Klinische Linguistik Universität Marburg, Laufzeit 2017-2020).

Forschungscluster "Kompetenzorientiertes Studium"

Hochschulbereich Gesundheit

In diesem Forschungsschwerpunkt wird die kompetenzorientierte Lehre im Rahmen des Studiums mit seinem besonderen Fokus auf die Verzahnung von Theorie und Praxis untersucht. Hierzu gehört vor allem die Durchlässigkeitsforschung des im Rahmen der Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ vom BMBF geförderten Projektes „Berufliche und akademische Bildung in therapeutischen Berufen durchlässig gestalten (baBi)“ unter Leitung von Prof. Siegmüller (Förderkennzeichen 16OH 21029; erste Förderphase 2014-2018, zweite Förderphase 2018-2020).

Im Mittelpunkt dieses Projekts steht die Entwicklung, Implementierung und Evaluation von Modultypen und Verlaufsformen im Blended Learning-Design für Zertifikatskurse in der Hochschulbildung der therapeutischen Gesundheitsberufe. Dabei wird insbesondere der Frage der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung sowie zwischen den verschiedenen Qualifikationsstufen der hochschulischen Bildung nachgegangen. Darüber hinaus werden in diesem Forschungsschwerpunkt kompetenzorientierte Curricula und Prüfungssysteme beforscht und evaluiert.

Weitere Informationen zum Projekt

Ansprechpartner

Bettina Führmann Referentin für Forschungsförderung 02232 5673-160 b.fuehrmann@eufh.de