LIN.FOR

Logopädische Institut für Forschung

Das LIN.FOR (Logopädische Institut für Forschung) wurde 2007 von Frau Prof. Dr. Julia Siegmüller in Rostock gegründet. Bisher ist es das einzige spezifisch logopädische Forschungsinstitut in Deutschland. Nach inzwischen 10 Jahren ist es in der Wissenschaftslandschaft etabliert. Als Institut ist es am Fachbereich Angewandte Gesundheitswissenschaften an der Europäischen Fachhochschule (EU│FH) angebunden.

Der vorrangige Forschungsauftrag des LIN.FOR besteht in der wissenschaftlichen Untermauerung des logopädischen therapeutischen Handelns. Unter dem Schlagwort „Evidenzbasierung“ werden Wirksamkeitsstudien für neu entwickelte Sprachtherapien und Einflussfaktoren auf deren Wirksamkeit durchgeführt.

Das LIN.FOR kooperiert mit über 100 Praxen im gesamten deutschsprachigen Raum. Unsere Praxispartner werden regelmäßig an Studien zur Erprobung neuer Therapien im therapeutischen Alltag beteiligt. So werden am LIN.FOR logopädische Therapien neu entwickelt, in Machbarkeitsstudien und unter optimalen Bedingungen in den Interaktionslaboren des LIN.FOR erprobt und anschließend im therapeutischen Alltag unter wissenschaftlicher Begleitung auf ihre Alltagstauglichkeit hin geprüft.

Neben unseren Forschungsprojekten in verschiedenen logopädischen Störungsbildern bietet das LIN.FOR Angebote für Studierende, Therapeuten und Patienten an, um Forschung, Praxis und Lehre miteinander zu verknüpfen.

Was wir wollen

Die Ziele des LIN.FOR:

  • Impulse für die Entwicklung einer eigenständigen logopädisch-wisenschaftlichen Fachdisziplin
  • Verknüpfung von Forschung und Lehre im Studium der Logopädie an der EU│FH
  • Entwicklung einer logopädischen Wissenschaftstheorie und –ethik
  • Erarbeitung von logopädisch-wissenschaftlichen Methoden zur Erforschung therapeutischer Handlungen

Was wir machen

Die Forschungsinhalte des LIN.FOR:

  • Therapie- und Diagnostikforschung in den verschiedenen logopädischen Störungsbildern
  • Grundlagenforschung über physiologische Prozesse als Basis für Störungsbild relatierte Forschung zur Optimierung der Patientenversorgung
  • Grundlagenforschung im Bereich seltener logopädischer Störungsbilder
  • Das LIN.FOR für Therapeuten
    • Praxisnahe Evidenzbasierte Fortbildungen: Das Konzept der Praxisnahen Evidenzbasierten Fortbildungen (PEF-Konzept) wurde vom LIN.FOR mit dem Kooperationspartner CRT GmbH entwickelt und beinhaltet Fortbildungen zu laufenden und abgeschlossenen Forschungsprojekten. Die Fortbildungsangebote werden durch die CRT GmbH veranstaltet und finden in den Studienzentren in Rostock und Brühl sowie in den Räumlichkeiten des Fortbildungsinstituts Loguan in Ulm statt. Weitere Informationen sowie das aktuelle Fortbildungsprogramm erhalten Sie unter unseren Fortbildungen.
    • Fallbegleitung: Bei Fragen zu Therapie bei Sprachentwicklungsstörungen bieten wir Fallbegleitung durch unsere qualifizierten Mitarbeiter an. Dabei erhalten Sie über Telefon oder E-Mail Hilfestellung in den Bereichen Therapieentscheidung, Therapieableitung und Unterstützung während der Therapie. Die Fallbegleitung wird von der CRT GmbH organisiert. Wenden Sie sich bei Interesse gerne über fallbegleitung@eufh.de an uns oder informieren Sie sich hier auf der Website.
      Mitarbeit in Forschungsprojekten: Im Rahmen der Forschungsprojekte arbeiten wir mit zahlreichen Therapeuten in ganz Deutschland zusammen. Die externen Therapeuten werden intensiv durch Mitarbeiter des LIN.FOR betreut und in der Forschungstherapie angeleitet. Sprechen Sie uns an, wenn Sie an einer Kooperation interessiert sind.
  • Das LIN.FOR für Patienten
    • Offene Diagnostik: In der offenen Diagnostik werden Patienten logopädischer Störungsbilder vertieft diagnostiziert. Die Diagnostik wird durch logopädisch wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts durchgeführt. Ärzte, Therapeuten und Patienten erhalten anschließend detaillierte Befunde, Beratungsgespräche, Therapieempfehlungen und Unterstützung bei der Therapeutensuche.
    • Intensivtherapie: Für Patienten mit logopädischen Störungsbildern besteht die Möglichkeit eine Intensivtherapie am LIN.FOR wahrzunehmen. Die Therapien werden von Mitarbeitern des Instituts durchgeführt.
  • Das LIN.FOR für Studenten
    • Praktika externe Studierende: Für externe Studierende der Logopädie oder ihrer Bezugswissenschaften besteht die Möglichkeit, Forschungspraktika am LIN.FOR zu absolvieren. Bewerbungen dafür können jederzeit eingereicht werden. Die Unterlagen sollten darüber Auskunft geben, ob der Wunsch besteht, in einem derzeitigen Forschungsprojekt mitzuarbeiten oder ob ein eigenes Projekt (etwa eine Qualifikationsarbeit) mitgebracht wird.
    • Studium an der EU│FH: Das LIN.FOR seht für einen hohen wissenschaftlichen Anspruch in Theorie und Empirie in der logopädischen Therapieforschung. Dies wird in die Studiengänge der EU│FH getragen, so dass die Studiengänge am Fachbereich die therapeutische Praxis mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie einer qualitativ hochwertigen Ausbildung methodisch-theoretischen Wissens kombinieren. Die Teilnahme an der angewandten Forschung des LIN.FOR ist für die Studierenden möglich und selbstverständlich. Umrahmt von den fachlich hochwertig ausgewiesenen Professorinnen der Logopädie am Fachbereich wird der Theorie-Praxis-Transfer im Studium erlebbar und Wissenschaft wird greifbar und zu einem realen Handlungsfeld der Studierenden.

FORSCHUNGSPROJEKTE LIN.FOR

Am LIN.FOR wurde die Vorarbeit geleistet, die zu dem grundlegenden methodischen Ansatz an der EU│FH zur Erforschung von Diagnostik und Therapie in den verschiedenen Fächern führte.

Seit 2007 werden bereits Projekte am LIN.FOR durchgeführt. Hier finden Sie eine Übersicht über abgeschlossene und laufende Projekte:

Hintergund vom DYSTEL Projekt:

  • Untersuchung der Effektivität von Grammatiktherapie zu ausgewählten syntaktischen Störungsbildern
  • Durch frühe und systematische Sprachtherapie die Teilhabe der sprachauffälligen Kinder an der kindlichen Gesellschaft in Kindergarten und Tagespflege erhöhen

Es ist wenig über die Frage bekannt, wie die Therapie von grammatischen Störungen aufgebaut sein muss, wie häufig sie stattfinden muss und wie alt die Kinder sein müssen/dürfen, um nachhaltige Erfolge zu erreichen. Im DYSTEL-Projekt werden diese Punkte untersucht und mit der systematischen Kontrolle der therapeutischen Sprache verknüpft. Die kindgerichtete Sprache in der Therapie hat sich in anderen Projekten des LIN.FOR bereits als wesentlich für den Erfolg der Therapie herausgestellt und wird im DYSTEL-Projekt weiterführend untersucht.

DYSTEL ist eine Weiterentwicklung des Projektes „Lexikalische und syntaktische Therapie bei Kindern im Late-Talker-Stadium“ (LST-LTS-Projekt). Die dort bereits nachgewiesenen Effekte zu Effektivität und Effizienz für die Lexikontherapie werden im DYSTEL-Projekt auf die Grammatik erweitert.

Im DYSTEL-Projekt werden die Kinder der Experimentalgruppe mit einer Grammatiktherapie therapiert, deren Inputstärke kontrolliert ist (vgl. Publikationen des LST-LTS-Projektes).

 

Publikationen

Siegmüller, J., Baumann, J. & Neumann, C. (2012). Therapie der Verbzweitstellung in der vergleichenden Einzelfallforschung. Vortrag präsentiert auf der ISES, Leipzig, 02.-04.11.2012.

Siegmüller, J. (2013). Emergenzorientierte Grammatiktherapie auf der Grundlage der PLAN: Erste Ergebnisse des DYSTEL-Projektes. Spektrum Patholinguistik, 6, 5–45.

WFS - Wortfindungsstörungen evidenzbasiert therapieren

  • Untersuchung der Effektivität und Machbarkeit der Wortfindungsstörung durch externe Therapeuten
  • Durch die individuelle und systematische Therapie soll die Teilhabe der sprachauffälligen Kinder an der kindlichen Gesellschaft erhöht werden.

Kinder mit einer Wortfindungsstörungen werden immer häufiger in den logopädischen Praxen angemeldet. Dieses Störungsbild manifestiert sich um das 5. Lebensjahr und kann einen sehr großen Leidensdruck und ein starkes Störungsbewusstsein beim Kind erzeugen. Die WFS-Therapie ist eine Weiterentwicklung der Therapie aus dem Patholinguistischen Ansatz und wurde systematisiert und bereits durch weitere Einzelfälle überarbeitet und angepasst.

Zur Zeit haben Therapeuten in Deutschland die Möglichkeit, durch das LIN.FOR bei dieser Therapie supervidiert zu werden und einen Teil zur Forschung beizutragen, indem Sie die Forschungsdaten dem Institut zur Verfügung stellen.

 

ABGESCHLOSSENE FORSCHUNGSPROJEKTE AM LIN.FOR

  • TEXT (Kindliche Textproduktion als Marker für die Grammatikentwicklung zwischen 3 und 6 Jahren)
  • Therapieprojekte
    • Lexikalische und syntaktische Therapie bei Kindern mit komplexen Störungsbildern im Late-Talker-Stadium (LST-LTS-Projekt)
    • Sprachliche Intensivtherapie bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen (INTENSIV)
  • Projekte zu einzelnen Störungsbildern
    • Späte sprachlich-kognitive Reorganisation bei Williams-Beuren-Syndrom (REORG-WBS) in Zusammenarbeit mit Susanne van Minnen, Universität Gießen
    • Textproduktion und –Verstehen bei Patienten mit verschiedenen Demenzen (GENERATION)
    • WFS-WBS: Therapie der Wortfindungsstörung beim Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Williams-Beuren Syndrom
  • Entwicklung einer Forschungsethik für Kindersprachtherapieforschung
    • Therapiestudien mit Placeboverfahren – ethische Grundgedanken und Durchführungsmöglichkeiten (PLACEBO)

Weitere Informationen

Weitere Informationen

Ihre Ansprechpartner bei Fragen

Prof. Dr. Julia Siegmüller Leitung LIN.FOR 0381 8087-260 lin.for@eufh.de
Judith Beier Fachliche Leitung LIN.FOR 0381 8087-260 lin.for@eufh.de
Sandra Beßling Wissenschaftliche Mitarbeiterin LIN.FOR 0381 8087-260 lin.for@eufh.de